| Auftraggeber: | Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen |
| Kooperation: | Christoph Kohl Stadtplaner Architekten ⎜ HOFFMANN-LEICHTER Ingenieurgesellschaft |
| Aktivität: | Planerische Qualifizierung (Struktur- und Nutzungskonzept) |
| Bearbeitung: | 2025 |
| Flächengröße: | 100 ha |
| Ort: | Berlin-Baumschulenweg |
Das Projekt „Dreieck Späthsfelde“ steht beispielhaft für die Entwicklung nachhaltiger Stadtquartiere in Berlin. Im Rahmen des Qualifizierungsverfahrens und vorbereitender Untersuchungen nach § 165 Abs. 4 BauGB wurde 2025 in der ersten Stufe ein Leitbild entwickelt, das Wohnen, Gewerbe und Erschließung mit einer konsequenten Stärkung von Natur, Baumschule und Kleingärten verbindet. Im Fokus stehen innovative Lösungen für Freiraum, Ökologie, Regenwasser und Klima – zentrale Themen für zukunftsfähige Stadtentwicklung.
Ende 2025 beginnt die zweite Phase mit der Überarbeitung und Vertiefung unseres Struktur- und Nutzungskonzepts. Darauf aufbauend wird ab Mitte 2026 der Rahmenplan für das Dreieck Späthsfelde erarbeitet. Die vorbereitenden Untersuchungen sollen voraussichtlich bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Städtebau: Kompakter Kiez im Grünen
Das städtebauliche Konzept setzt auf einen kompakten, durchmischten Kiez mit rund 3.600 Wohnungen im Kern und Potenzial für weitere 1.000 Wohneinheiten. Die hohe Dichte ermöglicht eine effiziente Flächennutzung und minimiert Neuversiegelung. Die zentrale Haltestelle bildet das Herzstück des Quartiers und schafft die Voraussetzung für nachhaltige Mobilitätsangebote. Ergänzt wird das Wohnangebot durch Einzelhandel, soziale Infrastruktur und hochwertiges Gewerbe in gestapelter Form. Die Baublöcke orientieren sich an den beliebten Berliner Kiezen und schaffen einen menschlichen Maßstab. Emissionsintensives und innovatives Gewerbe wird gezielt an den Gebietsgrenzen integriert, wobei Lärmschutz und funktionale Übergänge zum Wohnen gewährleistet werden.
Freiraum und Ökologie: Schwammstadt und Biodiversität
Das Freiraumkonzept ist ein zentrales Element der nachhaltigen Quartiersentwicklung. Eine autofreie, grüne Achse durchzieht das Quartier und verbindet öffentliche Parks an beiden Enden. Der „Späthi-Loop“ – ein umlaufender Spazierweg – schafft attraktive Naherholungsräume und fördert die Durchgrünung. Die Baumschule bleibt identitätsstiftend und wird durch eine Baumuniversität ergänzt. Kleingärten werden weitgehend erhalten und in die Struktur integriert.
Das Regenwassermanagement folgt dem Schwammstadt-Prinzip: Regenwasser und Oberflächenabflüsse werden dezentral zurückgehalten, versickert und verdunstet. Großzügige Versickerungsflächen, Biotope und Retentionsräume dienen dem Hochwasserschutz und verbessern das Mikroklima. Regenwasser wird als Ressource genutzt und fördert die Biodiversität. Die Freiräume sind so gestaltet, dass sie sowohl für die Naherholung als auch für den Schutz und die Förderung der Artenvielfalt genutzt werden können. Biotopflächen und naturnahe Parkanlagen schaffen Trittsteine für Flora und Fauna und tragen zur ökologischen Vernetzung bei. Durch gezielte Begrünung, Frischluftschneisen und die Integration von Wasserflächen wird das Mikroklima nachhaltig verbessert und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum gesteigert.
Mobilität: Nachhaltige Erschließung und innovative Verkehrslösungen
Das Mobilitätskonzept setzt auf die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs zugunsten von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr. Autos werden am Quartiersrand in Garagen abgefangen, wodurch die Straßen im Kiez frei von Parkverkehr bleiben und sichere, lebenswerte Räume entstehen. Die zentrale Haltestelle ist fußläufig erreichbar und bildet zusammen mit der Quartiersgarage einen Anreiz für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Radwege werden gezielt zu den nahegelegenen Bahnhöfen Blaschkoallee und Baumschulenweg ausgebaut. Eine neue Fahrradbrücke und attraktive Radrouten überwinden Barrieren wie Kanal und Autobahn und stärken die Anbindung an Nord-Neukölln. Die Trennung von ÖPNV-Trasse und Autoverkehr sorgt für hohe Aufenthaltsqualität und Lärmschutz im Quartier.
Strukturplan
Leitbild
Freiraum und Ökologie
Kleingärten | wohnungsnahe Grünflächen | Biotopverbund und Ausgleichsflächen
Regenwasserkonzept und Klimafunktionen

Verkehr