| Auftraggeber: | 50Hertz Transmission GmbH |
| Aktivität: | Ausgleichskonzept, Landschaftspflegerische Ausführungsplanung (LP 1-8), Umweltbaubegleitung |
| Bearbeitung: | 2022-2026 |
| Flächengröße: | 3,2 ha |
| Ort: | Berlin-Lichtenberg |
Die 50Hertz Transmission GmbH erweitert das bestehende Umspannwerk Malchow in Wartenberg (Bezirk Lichtenberg). Die hierdurch entstehenden Eingriffe in Natur und Landschaft, einschließlich der Betroffenheit faunistischer Arten, werden durch Kompensationsmaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Falkenberger Krugwiesen ausgeglichen. Grundlage der Planung bildet der von FJP erstellte Pflege- und Entwicklungsplan aus dem Jahr 2023.
Das rund 3,2 Hektar große Maßnahmengebiet liegt innerhalb des 42 Hektar umfassenden LSG im Norden Lichtenbergs und dient der ökologischen Aufwertung sowie der Verbesserung des Landschaftsbildes. In vier Maßnahmenräumen werden Gehölzbestände, insbesondere Neophyten, zurückgenommen, offene Wiesenflächen entwickelt und das überwiegend trockengefallene historische Grabensystem freigestellt, modelliert und ergänzt. Ziel ist die Wiederherstellung der ehemaligen Rieselfeld- und Grabenstruktur sowie die Verbesserung der Wasserführung, unter anderem durch die Nutzung von Regenwasser aus der umliegenden Bebauung zur Speisung des Hohenschönhauser Sees.
Die Maßnahmen umfassen artenreiche Wiesen, gestufte Gehölzsäume, Biotopstrukturen sowie die Neuanlage eines Grabens zur Regenwasserbewirtschaftung. Ergänzend werden eine Fußgängerbrücke und Sitzgelegenheiten vorgesehen. Die Maßnahmenräume gliedern sich in die Grabenwiese West mit Wiesenraum Süd (M1), die Spielwiese Ost (M2), den Coca-Cola-Berg mit artenreicher Hangwiese (M3) sowie das Grabensystem (M4).
Ziel ist die Förderung der Biodiversität, die Sichtbarmachung der historischen Landschaftsstruktur und die Stärkung der Erholungsfunktion. Sämtliche Pflanzungen und Ansaaten erfolgen mit gebietsheimischem Material. Artenschutzrechtliche Belange, insbesondere für Amphibien, werden berücksichtigt. Die Entwicklungs- und Fertigstellungspflege erstreckt sich über drei Jahre, um die nachhaltige Etablierung der neuen Lebensräume sicherzustellen.

Grabenwiese West mit Wiesenraum Süd (M1)
Die Grabenwiese West und die südlich angrenzende Fläche werden zu offenen bis halboffenen Wiesenräumen mit Einzelbäumen, Baumgruppen und gestuften Gehölzsäumen entwickelt. Abgestorbene oder stark eingekürzte Pappeln bleiben als Habitat-Bäume für Vogel- und Käferarten erhalten. Durch die Anlage artenreicher Frischwiesen, Biotopflächen und strukturreicher Saumzonen entsteht ein vielfältiger Lebensraum für Flora und Fauna.
Spielwiese Ost (M2)
Die bisher zugewachsene Fläche wird zu einem attraktiven Wiesen- und Spielraum umgestaltet. Einzelbäume und Baumgruppen strukturieren die offene Wiese, während gestufte Gehölzsäume und Hochstaudenflächen die Biodiversität fördern. Die Ansaat erfolgt ausschließlich mit gebietsheimischen Arten, einschließlich spezieller Mischungen für Schmetterlinge und Wildbienen.
Coca-Cola-Berg (M3)
Der ehemalige, stark verbuschte Hang wird freigestellt, um Sichtfelder zu öffnen und eine artenreiche Hangwiese zu entwickeln. Stehengelassene Gehölzinseln schützen die Fläche vor übermäßiger Nutzung. Die Hangflächen werden mit Frischwiesen angesät, die Wege für Besucher ertüchtigt, und Sitzgelegenheiten installiert. So entsteht ein naturnaher Aufenthaltsraum mit hoher ökologischer Wertigkeit.
Grabensystem (M4)
Das historische Grabensystem wird freigelegt, modelliert und ergänzt. Es umfasst die Neuanlage des nördlichen Grabens sowie die Restaurierung von Süd-, Ost- und Westgraben. Ziel ist die Wiederherstellung der ehemaligen Rieselfeld- und Wasserführung, unter anderem durch die Nutzung von Regenwasser aus der umliegenden Bebauung für den Hohenschönhauser See. Entlang der Gräben werden Biotopstrukturen und Saumflächen angelegt, die sowohl die ökologische Funktion als auch die historische Landschaftsstruktur sichtbar machen.