Ideenwerkstatt Münchner Norden, München (II. Phase)

Auftraggeber: Landeshauptstadt München
Kooperation: UmbauStadt HOFFMANN LEICHTER
Aktivität: kooperatives Werstattverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung
Bearbeitung: 2025-2026
Flächengröße: 900 ha
Ort: München

Die Vison der StadtLandWirtschaft Feldmoching geht aus der Ideenwerkstatt Münchner Norden hervor. Aufbauend auf den in der 1. Phase formulierten Leitbildern wurde der Entwurf in einem zweiten Bearbeitungsschritt vertieft, präzisiert und in seinen räumlichen, funktionalen sowie infrastrukturellen Zusammenhängen geschärft. Zentrale Themen waren dabei die stärkere Vernetzung von Landschaft, Quartieren und Mobilität sowie die Konkretisierung von Wasserhaushalt, Klimaresilienz und landwirtschaftlicher Nutzung.

Die Landschaft setzt den Rahmen

Die Feldmochinger Feldflur bildet das ordnende Grundgerüst der StadtLandWirtschaft. Ihre Offenheit und Weite sind prägende Qualitäten – als produktive Kulturlandschaft, als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten, als Frischluftentstehungsgebiet und als wichtiger Erholungsraum für den Münchner Norden. Die Landschaft gibt Orientierung, stiftet Identität und bleibt Heimat.

In der Vertiefung des ersten Entwurfs wurde die landschaftliche Struktur weiter ausgearbeitet. Die Feldmochinger Feldflur übernimmt eine zentrale Rolle für Klimaanpassung und Wasserhaushalt. Neue Polder-, Überflutungs- und Verdunstungsflächen greifen historische Landschaftsbilder wie das Feldmochinger Moos auf und übersetzen sie in eine zukunftsfähige, resiliente Kulturlandschaft. Gleichzeitig bleibt die Offenlandschaft in ihrer Großzügigkeit erhalten, insbesondere zum Schutz störungsempfindlicher Vogelarten.

Die Landschaft bleibt Erwerbsgrundlage der Landwirtschaft und wird zugleich durch neue Bewirtschaftungsformen, Pflegeleistungen und regionale Wertschöpfung gestärkt. So wird sie nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterentwickelt.

Ergänzend wird die Feldmochinger Feldflur durch ein überwiegend aus Landwirtschaftswegen bestehendes Wegenetz für die Bevölkerung erschlossen. Diese Wege dienen sowohl der Bewirtschaftung als auch der wohnungsnahen Erholung und verknüpfen die bestehenden und neuen Quartiere eng mit der Landschaft. (Kraut-)Gärten an den Quartiersrändern markieren den Übergang von Siedlung zur offenen Feldflur.

Der neue LandWirtschaftsweg macht die Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt erlebbar. Als beschilderter Rundweg erzählt er von historischen Anbauweisen, Bodenverhältnissen und dem Umgang mit Wasser und Klima. Blühfelder, Schaufelder, Krautgärten sowie Polder- und Überschwemmungsflächen veranschaulichen Landwirtschaft, Klimaanpassung und Biodiversität. Angebote wie Selbstpflückfelder, Hofverkauf mit Café und Biergarten stärken die Feldflur als produktive Landschaft und attraktiven Erholungsraum.

Der Verkehr ist das Rückgrat

Die verkehrliche Infrastruktur bildet das Rückgrat der StadtLandWirtschaft Feldmoching. Aufbauend auf den Ergebnissen der Ideenwerkstatt wurde ein integriertes Mobilitätskonzept entwickelt, das Fuß-, Rad-, ÖPNV- und Kfz-Verkehr aufeinander abstimmt und schrittweise umsetzbar ist.

Zentrales Element ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die Verlängerung und Vernetzung der Tramtrassen sowie die Einbindung bestehender und möglicher neuer S-Bahnhaltepunkte schaffen die Grundlage für eine autoarme Entwicklung der neuen Quartiere und verbessern zugleich die Erreichbarkeit des Bestands. Ergänzende Quartiersbusse und multimodale Mobilitätsstationen stärken den Umweltverbund.

Ein dichtes Fuß- und Radwegenetz verknüpft Quartiere, Landschaft und Erholungsziele. Übergeordnete Radverbindungen binden den Münchner Norden an das stadtweite Netz an, während nahräumliche Verbindungen die Alltagsmobilität fördern. Durch punktuelle Anpassungen im Straßennetz und die Einbindung der Tunnellösung Hasenbergl wird zusätzlicher Verkehr gezielt abgeleitet und die Belastung der Bestandsquartiere minimiert.

Die Quartiere sind das Herz

Die Quartiere bilden das Herz der StadtLandWirtschaft Feldmoching. Ihre Ausprägung folgt den jeweiligen landschaftlichen und städtebaulichen Kontexten und wurde seit der Ideenwerkstatt weiter differenziert.

Die Feldmochinger Gartenhöfe inszenieren einen ortstypischen Übergang zwischen Dorf und Feldflur. Die Abfolge von Gehöft, Garten, Allmende und Feld bewahrt Blickbeziehungen, Frischluftbahnen und die landschaftliche Offenheit. Eine kleinteilige Typologie und weitgehend autofreie Quartiersräume stärken den dörflichen Charakter.

Die Polderstadt Fasanerie reagiert auf den hohen Grundwasserstand durch eine inszenierte Polderlandschaft. Polder übernehmen technische, ökologische und gestalterische Funktionen zugleich und bilden eine prägende Struktur zwischen Bestand, neuer Bebauung und offener Landschaft. Entlang der Hauptachsen entstehen neue Bildungs-, Versorgungs- und Treffpunkte.

Die Parkstadt Feldmoching Nord nutzt ihre Lage an übergeordneten Infrastrukturen. Ein möglicher neuer S-Bahnhalt und die Führung der Tram durch das grüne Rückgrat der Hochmuttinger Straße machen sie zu einem zentralen Baustein im Münchner Norden. Hohe Dichten und gemischte Nutzungen werden mit großzügigen Grünzügen verknüpft.

Die Willkommensstadt Ludwigsfeld wird als Weiterbauen einer historisch gewachsenen Siedlung verstanden. Um den neuen Trambahnhalt entsteht eine neue Mitte mit sozialen, schulischen und versorgenden Angeboten, eingebettet in ein Netz aus Grünzügen und Nachbarschaften.

Strukturplan

Leitbild Landschaft

Leitbild Mobilität

Leitbild Prozess und Nutzung

Vertiefung „Polderstadt“ Fasanerie Nord

Ideenwerkstatt Münchner Norden, MünchenVogelflugperspektive „Parkstadt“ Feldmoching Nord

Schnittansicht „Parkstadt“ Feldmoching Nord

Vertiefung „Parkstadt“ Feldmoching Nord

ArgeEcho_Ideenwerkstatt_Münchner_Norden_Vertiefung-Feldmoching-Nord-PerspektiveVogelflugperspektive „Parkstadt“ Feldmoching Nord

Schnittansicht „Parkstadt“ Feldmoching Nord

ArgeEcho_Ideenwerkstatt_Münchner_Norden_Model-Blick von Südosten Modell