Lichterfelder Ring, Berlin

Auftraggeber: degewo Süd Wohnungsgesellschaft mbH
Kooperation: Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung
Aktivität: Freiraumkonzept
Bearbeitung: 2021-2023
Flächengröße: 1,0 ha
Ort: Berlin-Marienfelde

Im Zuge der Weiterentwicklung der Wohnsiedlung Mariengrün in Berlin-Marienfelde entsteht ein ergänzendes Wohnquartier am Lichterfelder Ring. Dieses besteht aus acht Wohnhäusern mit insgesamt 358 neuen Wohnungen und einer Kita. Die Zeilenbauten, typisch für die angrenzende Bebauung nördlich der Straße, sind unkonventionell höhengestaffelt und rautenförmig in die Tiefe des Grundstücks platziert. Dadurch entstehen im Zentrum der Anlage zwei ähnlich große Nachbarschaftshöfe. Die Erschließung des Grundstücks für motorisierten Verkehr erfolgt geschwungen auf der Außenseite der Gebäude.

Mittels eines Partizipations- und kooperativen Werkstattverfahrens, in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg, hat die landeseigene degewo Süd Wohnungsbaugesellschaft die zukünftigen Nutzungserwartungen der Öffentlichkeit in den Entwicklungsprozess einfließen lassen.

Freiraumkonzept

Das Hauptaugenmerk des Entwurfs liegt auf den beiden zentralen, grünen Höfen. Mittels Fußgänger-Erschließung und Spielflächen bilden die zwei Höfe neue Treffpunkte für die Bewohner. Am Lichterfelder Ring entsteht ein großzügiger Eingangsplatz. Er dient zum einen der Erschließung für das Welcome-Center und die Kita, zum anderen als adressbildender Treffpunkt. Das Herzstück der Anlage bilden die zwei zentralen, rautenförmigen Höfe. Sie bieten ein attraktives Spielangebot für unterschiedliche Altersgruppen und verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten. Entlang der westlichen Grundstückskante sind ruhigere Areale mit „Waldgärten“ vorgesehen. Sie bieten weitere kommunikative Orte mit eigener Aufenthaltsqualität am Waldrand. An der nordwestlichen Grundstücksgrenze liegen die Außenanlagen der Kita. Hier wird ein grünes und ruhiges, dennoch abwechslungsreiches Spielangebot mit Bewegungs- und Sandflächen sowie Spielwiesen für die Kinder geschaffen.

Pflanzkonzept

Ziel ist es, den vorhanden, wertvollen und teils geschützten Baumbestand bestmöglich zu erhalten. Die östliche Grundstücksgrenze ist im südlichen Bereich vor allem durch dichten Birkenaufwuchs und im Norden durch alten Baumbestand geprägt. Der Birkenpionierwald wird im Bebauungsplan als SPE-Fläche (zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung) festgeschrieben. Dieser soll als wichtige Grünstruktur erhalten und entwickelt werden. Zusätzlich sind in den Höfen klimaresistente, standortgerechte und fruchttragende Gehölze vorgesehen. Die locker gruppierten Bäume sind so angeordnet, dass sie den Aufenthaltsflächen in den Sommermonaten Schatten bieten. Ferner erhöht die Begrünung der Südfassaden und der Dächer den thermischen Komfort. Grundsätzlich sollen die Pflanzungen den Standortverhältnissen entsprechen und einen Mehrwert in Bezug auf die Biodiversität erbringen. Eine Auswahl an überwiegend heimischen Gehölzen und Stauden bietet der Fauna neben einem breiten Nahrungsangebot auch Fortpflanzungs- und Ruhestätten.