S-Bahnquartier, Stahnsdorf

Auftraggeber: Gemeinde Stahnsdorf
Kooperation: UmbauStadt
Aktivität: Städtebaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb
Bearbeitung: 2026
Flächengröße: 36 ha
Ort: Stahnsdorf
Wettbewerb: Anerkennung

Mit der geplanten Verlängerung der S-Bahn entsteht im Umfeld des künftigen Endbahnhofs der S25 die Chance, Stahnsdorf um ein neues, gut angebundenes Quartier zu ergänzen. Gemeinsam mit UmbauStadt entwickelten wir unter dem Leitbild der „Stahnsdorfer Mischung“ einen Entwurf, der urbane Dichte mit den landschaftlichen Qualitäten des Ortes verbindet. Prägende Elemente wie Anger, Höfe, Wiesen, Gehölzsäume und landschaftliche Weite werden aufgenommen und zu einer eigenständigen Quartierslandschaft weiterentwickelt. Der Entwurf wurde im Wettbewerb mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Freiraum als verbindendes Gerüst

Das Grüne Netz bildet das räumliche und ökologische Rückgrat des Quartiers. Südlich der S-Bahn verbindet es vier Nachbarschaften mit dem zentralen Landschaftspark „Stahnsdorfer Vielfalt“ und führt zugleich in die umgebende Landschaft. Zwischen privaten Wohnbereichen, gemeinschaftlichen Höfen und Angern, Grünzügen und Park entsteht eine fein abgestufte Folge unterschiedlich intensiv genutzter Freiräume.

Der Landschaftspark greift die charakteristischen Landschaftsbilder Stahnsdorfs auf. Extensive Wiesen, Gehölzgruppen, Säume sowie offene und wechselfeuchte Bereiche schaffen abwechslungsreiche Aufenthalts- und Naturerfahrungsräume. Ein äußerer Gehölzsaum fasst das Quartier und übernimmt zugleich Funktionen als ökologischer Puffer. Standortgerechte und klimaangepasste Pflanzungen stärken die Biodiversität und vernetzen die einzelnen Lebensräume.

Nachbarschaft und Nutzung

Die Freiräume sind nicht nur ökologische Infrastruktur, sondern ebenso Orte des täglichen Lebens. Gemeinschaftliche Wohnanger bilden die Mittelpunkte der einzelnen Nachbarschaften und bieten Raum für Aufenthalt, Begegnung und Spiel. Der zentrale Landschaftspark nimmt übergeordnete Erholungsangebote auf und bindet Kita, Gemeinschaftshaus und weitere soziale Einrichtungen unmittelbar in die Freiraumstruktur ein. Autoarme Wohnbereiche und ein engmaschiges Fuß- und Radwegenetz stärken die Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume.

Schwammstadt und Klimaanpassung

Das Regenwasser wird als Ressource des Quartiers verstanden und möglichst vollständig im lokalen Wasserkreislauf gehalten. Begrünte Dächer übernehmen die erste Rückhaltung. Mulden in Höfen und Wohnangern sowie miteinander verbundene Retentionsbereiche in den Grünzügen und im Landschaftspark speichern, versickern und verdunsten das anfallende Niederschlagswasser.

Damit wird die Regenwasserbewirtschaftung unmittelbar mit der Gestaltung der Freiräume verknüpft. Die Kombination aus wasserspeichernden Vegetationsflächen, schattenspendenden Gehölzen, offenen Wiesen und wechselfeuchten Bereichen verbessert das Mikroklima, reduziert sommerliche Aufheizung und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenperioden und Starkregen. So entsteht ein Freiraumsystem, das Nutzung, Stadtnatur und Klimaanpassung selbstverständlich miteinander verbindet.

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