| Auftraggeber: | Stadt Frankfurt (Oder) |
| Kooperation: | Christoph Kohl Stadtplaner Architekten |
| Aktivität: | Städtebaulich-freiraumplanerisches Gutachterverfahren |
| Bearbeitung: | 2025 |
| Ort: | Frankfurt (Oder) |
Mit der Quartiersentwicklung an der Slubicer Straße rückt Frankfurt (Oder) eines seiner zentralsten Innenstadtareale in den Fokus einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung. Im Rahmen des Dialogverfahrens „Zukunftsplatz“, gefördert durch die Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“, werden hier neue Impulse für Klimaanpassung, Digitalisierung und Gemeinwohl gesetzt. Das städtebaulich-freiraumplanerische Gutachterverfahren lotet die Potenziale für ein urban gemischtes Quartier aus – als Modell für eine europäisch vernetzte, klimagerechte und sozial orientierte Stadt der Zukunft.
Das von CKSA und FJP entwickelte Konzept zielt darauf ab, ein urban gemischtes Quartier zu schaffen, das die getrennten Stadtstrukturen beidseits der Oder verbindet und Frankfurt als zukunftsfähige, europäische Stadt positioniert. Die prominente Lage bietet die Chance, das Stadtzentrum zu stärken und zugleich neue Impulse für Bildung, Kultur, Wirtschaft und Zusammenleben zu setzen. Durch eine kleinteilige, nutzungsgemischte Blockstruktur mit urbaner Dichte entsteht ein lebendiger Stadtraum, der Wohnen, Arbeiten, Lernen und Freizeit miteinander verknüpft.
Städtebauliche Leitidee: Mischung, Maßstab, Orientierung
Die geplanten Häuserblocks bestehen aus gestaffelten Einzelgebäuden mit variierenden Höhen und Architekturen. Diese Vielfalt erzeugt ein kleinteiliges Stadtbild mit menschlichem Maßstab und hoher Identifikationsqualität. Die historischen Baufluchten werden aufgegriffen und wiederhergestellt.
>Im Zentrum des Konzepts steht eine direkte, fast historische Verbindung zwischen dem Frankfurter Markt und dem Plac Przyjaźni in Słubice – mit nur einem Richtungswechsel. So entsteht ein neuer dreieckiger Stadtplatz, der urbanes Leben aufnehmen kann: Nahversorgung, Gastronomie, Spiel- und Grünflächen sowie Raum für die lokalen Kunst- und Kulturinitiativen, die aktuell Zwischennutzungen auf dem Areal bespielen.
Der „Turm der zwei Ufer“ – Ein Ort für Austausch, Wissen und Identität
Als baulichen und symbolischen Hochpunkt schlägt das Planungsteam einen neuen „Turm der zwei Ufer“ am südlichen Brückenkopf vor – ein identitätsstiftender Ort für das studentische, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Doppelstadt. Er könnte genutzt werden von der Europa-Universität Viadrina, dem Collegium Polonicum, studentischen Initiativen und weiteren Partnern aus Forschung und Wirtschaft. Geplant sind Lernräume, eine Mediathek, ein Auditorium, flexible Vereinsräume sowie ein öffentlich zugängliches Café oder Restaurant auf der Dachterrasse mit Blick über die Oder. Ergänzt wird das Angebot durch eine einfache Bar Mleczny (deutsch: Milchbar) an der Promenade.
Öffnung zur Oder – Räume am Wasser
Der heutige Plattenbau an der Rosa-Luxemburg-Straße stellt eine physische Barriere zur Oder dar. Der Entwurf schlägt seinen Rückbau vor, um das Quartier zur Promenade hin zu öffnen und Blick- sowie Sonnenachsen freizugeben. Die Promenade wird durch neue Oder-Terrassen ergänzt, die in mehreren Höhenstufen von der Straße bis ans Wasser reichen. Sie schaffen vielfältige Aufenthaltsorte: sonnige Plateaus, gastronomische Flächen, Spielbereiche und stille Rückzugsorte mit Aussicht auf Słubice.
Mobilität – reduziert, integriert, effizient
Das Mobilitätskonzept folgt dem Prinzip der flächenoptimierten Innenentwicklung: öffentlich sichtbares, ebenerdiges Parken wird vermieden. Die Stellplätze werden in Garagen innerhalb der größeren Baublöcke organisiert und versorgen auch kleinere Einheiten mit. Im öffentlichen Raum verbleiben ausschließlich Liefer- und Behindertenstellplätze – zugunsten von Fuß- und Radverkehr sowie urbaner Aufenthaltsqualität.
Vogelperspektive (Blick nach Nordwesten)
Vogelperspektive (Blick nach Nordosten)
Schematisches Nutzungskonzept
Konzept – Turm der zwei Ufer
Historische Baufluchten

