Spreeküste, Berlin

Auftraggeber: Archigon Köpenicker Chaussee 15 GmbH
Kooperation: Bernd Albers Architekten
Aktivität: Städtebauliches Werkstattverfahren
Bearbeitung: 2022-2023
Flächengröße: 29,5 ha (Betrachtungsraum) 3,2 ha (Realisierungsteil)
Ort: Berlin-Oberschöneweide
Wettbewerb: 3. Preis

Mit dem Werkstattverfahren „Berlin – Spreeküste“ soll ein städtebauliches Leitbild für das knapp 30 ha große Areal zwischen Rummelsburger Bucht und Oberschöneweide entwickelt werden. Außerdem gilt es, ein Bebauungskonzept für den zentralen 3 ha großen Realisierungsteil, nördlich des Hohen Wallgraben, zu entwerfen. Programmatisch werden Büro- und Dienstleistungsnutzungen, urbane, nicht störende Produktions- und Handwerksstätten sowie Einrichtungen für die Kunst- und Kulturszene angestrebt.

Unser städtebaulich-freiräumliches Konzept für die Spreeküste setzt auf eine Balance aus kompakt platzierten Baukörpern und einem weitläufigen, öffentlichen Freiraum, der sich zur Spree orientiert. Dabei finden die Baudenkmäler der Umgebung und auf dem Areal (das alte Kraftwerk Rummelsburg und das Funkhaus Nalepastraße) besondere Berücksichtigung – Volumina, Kubatur, Materialität. Die konzipierten Gebäude werden geschlossen und dennoch durchlässig entlang der Köpenicker Chaussee platziert. Dabei orientieren sich die Gebäudeblöcke an der Berliner Traufhöhe (22 m). Zusätzlich akzentuieren mehrere prägnante bauliche Hochpunkten (bis 60 m) das neue Bauensemble. Durch die kompakte Setzung und vertikale Ausrichtung der Bebauung entlang der Köpenicker Chaussee bleibt das Spreeufer gänzlich frei von neuer Bebauung. Zudem findet ein öffentlicher Uferweg für Fußgänger und Radfahrer hier Raum.

Der Freiraum

Die räumliche Leitidee der Spreeküste basiert auf der Verzahnung von Spreeraum mit der neuen Architektur. So reichen die großzügigen Freiflächen am Wasser in unterschiedlichster Form bis in die kammartigen Gebäude. Ziel ist es, die einzelnen Bereiche aufzuwerten und zu verbinden: die Spree, die angehobene Uferkante, die grünen, aber unstrukturierten Bereiche um die Bestandsgebäude, der wenig qualifizierten Hohe Wallgraben und schließlich die sich städtischen Strukturen entlang der Köpenicker Chaussee. Die räumliche Idee einer „Spreefrequenz“ setzt auf die schwingende Verknüpfung dieser einzelnen Freiraumelemente. Dadurch werden die Teilräume besser erlebbar und das Potenzial des Spreeufers als öffentlicher Freizeit- und Erholungsraum voll ausgeschöpft. Das ökologische Regenwassermanagement steht dabei genauso im Fokus, wie die Ausbildung hochwertiger Aufenthaltsbereichen.

Die Freiflächen im nördlichen Teilgebiet gliedern sich in Gebäudenähe in geschützte Höfe, offene Plätze mit Bezug zur Spree und die verbindende Funkhaus-Achse, der als Transit- und Begegnungsraum das gesamte Areal verknüpft. Zur Spree hin öffnen sich die großzügigen Wiesenflächen mit Liegegelegenheiten entlang des Uferwegs. Südlich davon schließt der renaturierte Bereich entlang des Hohen Wallgrabens an. Durch das Verschwenken des öffentlichen Uferwegs um die wertvollen Gehölzbestände herum, können sich Flora und Fauna hier ungehindert ausbreiten. Im Verlauf des Grabens liegt die neue grüne Wegeverbindung in Richtung Osten, nach Karlshorst und Wuhlheide. Der Besucherschwerpunkt soll im benachbarten Park am Hafen liegen. Er dient als lebendiger Treffpunkt und mit der großen Open-Air-Bühne können Konzerte unter freiem Himmel stattfinden. Hier befindet sich zudem der Zugang zur neuen Spreebrücke, die es Fuß- und Radfahrern ermöglicht die Spree in Richtung Plänterwald und gleichzeitig die Einmündung des Freizeithafens in Richtung Süden zu queren.

Im südlichen Teilgebiet, rund um das Funkhaus, liegt der Fokus auf den wasserorientierten Freizeitnutzungen. Der Kanuhafen und das Spreebad, mit seinen Stufen und Terrassen, bieten für Wassersportler die Möglichkeit direkt ans Wasser zu gelangen. Die Spreebrücke selbst stellt ein weithin sichtbares Highlight dar. Vom gegenüberliegenden Ufer kommend markiert sie den Auftakt zur Spreeküste und eröffnet dem Besucher neue Perspektiven auf das Quartier.